Weltsprache Musik: „Es gibt nur zwei universelle Sprachen: die der Liebe und die der Musik“, formulierte Landrat Dr. Alexander Saipa.
Wie vielseitig und virtuos die Weltsprache Musik sein kann, bewiesen die jungen Talente, die mindestens 23 Punkte beim Wettbewerb erhalten hatten, eindrucksvoll mit einem Programm das von Klassik bis Rock reichte.
Zum fulminanten Anfang erklang die Toccata in Es-Moll von Aram Chatschaturjan, kraftvoll differenziert vorgetragen von Zoey Bohn, die schon seit 2014 am Wettbewerb Jugend musiziert teilnimmt. Sie übernahm dann auch einen Teil der Moderationen des Konzertes und führte zunächst ein Interview mit der jüngsten, siebenjährigen Teilnehmerin Magdalena de Vries. Diese hatte zuvor mit zwei kurzen Stücken am Klavier das Publikum bezaubert.
Weitere Miniaturen am Klavier präsentierten Felicitas Gerk, Leni Hohlbaum und Anna Sihan Tao – mal mit feingestalteten Arpeggios bei Aniko Drabons „Drachensteigen“ mal kraftvoll zupackend bei „Staccato Beans“ von Tan Dun.
„Jede musikalische Laufbahn fängt klein an“, scherzt die Vorsitzende des Regionalausschusses Inken Röhrs, die sich besonders über die Teilnehmer und Teilnehmerinnen freute, die über Jahre hinweg immer wieder dabei sind und deren Entwicklung man sozusagen „live in concert“ mitverfolgen kann.
So beispielsweise bei dem elfjährigen Francis Julien Lahmer, der in den letzten Jahren auf jedem der Preisträgerkonzerte zu erleben war. Dieses Mal spielte er sehr fein das Nocturne in Cis-Moll von Frédéric Chopin mit für sein Alter beeindruckender musikalischer Reife.
Niko Henze brachte mit „Smoke on the Water“ die rockigen Elemente ins Programm und überzeugte mit gutem Timing und Vielstimmigkeit auf seiner akustischen Gitarre. Da wippten auch die Füße der Mitglieder der Bürgerstiftung Goslar mit, die den Wettbewerb finanziell unterstützen und es sich jedes Jahr nicht nehmen lassen, beim Konzert dabei zu sein.
In dem diesjährigen Wettbewerb gab es auch wieder die Wertung Streicher-Ensemble und so präsentierten Friederike Bolt und Barka Balogh gekonnt eine kleine Suite von Sheila M. Nelson. Julia Franziska Lahmer und Francis Julien Lahmer stellten den Satz „Maestoso“ aus den Duos für Violine und Cello von Karl Stamitz so fein aufeinander abgestimmt und intonationssicher vor, wie vielleicht nur Geschwister dies können.
Wie die Entwicklung als Duo weiter gehen kann, zeigten Viktoria Bolt und Alma Kaczkowski, die Jean-Mare Leclairs „Allegro“ aus der Sonata 1 so leichtfüßig und mit sichtlichem Spass am Zusammenspiel erklingen ließen.
Auf Zoeys Interview-Frage, was die beiden denn jungen Interessierten am Wettbewerb empfehlen würden, sprudelte es sofort aus Alma heraus: „ Auf jeden Fall mitmachen! Und auch wenn es nicht die Höchstpunktzahl wird – es bringt einen musikalisch so viel weiter, sich auf Jugend musiziert vorzubereiten!“ Und Viktoria ergänzt: „Es hat sehr viel Spass gemacht! Wir haben uns oft für gemeinsame Proben getroffen.“
Man hat das Gefühl, dass hier durch die Musik nicht nur eine herausragend Leistung, sondern auch eine wertvolle Freundschaft entstanden ist.
Die Pause wurde eingerahmt von zwei Gesangs-Beiträgen: Julis Franziska Lahmer, die insgesamt an drei Wertungen teilgenommen hat, verzauberte den gut gefüllten Saal mit einem venezianischen Volkslied: „Se amor mai da su vede“ und Clara Irena Brandt eröffnete den zweiten Teil mit Franz Schuberts „Liebhaber in allen Gestalten“ – Da war sie wieder , die Liebe!
Mit glänzenden Augen nicht nur bei Teilnehmenden wurden unter viel Applaus die Urkunden überreicht.
Fotos: Frank Beckmann